Das Haiku

Es gibt zwei Gedichtformen, die im kreativen Schreiben ganz besonders zum Einsatz kommen. Das Haiku und das Elfchen. An dieser Stelle wird das Haiku vorgestellt.

Jeder Mensch kann Gedichte Schreiben. Sie können das nicht glauben? Probieren Sie es aus.

Es ist ganz einfach.

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Fotoquelle:pixabay. Japanischer Dichter auf https://www.schreibhaus.wordpress.com.

Worum handelt es sich bei dem Haiku?

Das Haiku ist eine Gedichtform aus Japan. Es ist eine sehr alte japanische Kunstform.

Ca. seit 1600 Jahren wurde die Gedichtform „Tanka“, bestehend aus fünf Versen in Japan zum dichten genutzt. Das Haiku, dass wir heute kennen, wurde erst im 19. Jahrhundert durch den japanischen Dichter Shiki bekannt. Es besteht nur aus drei Zeilen und nicht wie das Tanka früher aus fünf Zeilen. Der Dichter hat die letzten zwei Zeilen weggelassen. So entstand das Haiku. Wobei es eine genaue Anordnung gibt. Haiku bedeutet sinngemäß Gesang. Das hat damit zu tun, dass Gedichte zu Beginn ihrer Entstehung in Japan singend vorgetragen wurden.

Wie sieht ein Haiku aus?

Die erste Zeile besteht aus fünf Silben, die Zweite Zeile aus sieben Silben und die dritte Zeile wieder aus fünf Silben. Insgesamt sind es 17 Silben und drei Zeilen. Also ein sehr kurzes Gedicht. Durch diese Kürze entstehen sehr dichte Aussagen, Eindrücke, Impressionen. Oftmals sind es Landschaftimpressionen, die mit einem Haiku wieder gegeben werden. Aber auch Stimmungen, Gefühle, innere Bilder können sehr gut mit einem Haiku dargestellt werden. Dabei sollen Gefühle nicht direkt angesprochen werden, sondern durch die Momentaufnahme vermittelt werden. Auch ist ein Bezug zur Natur, zu den Jahreszeiten erwünscht.

Methodische Zuordnung: Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern

Diese Vorgaben bieten dem Schreiber vielfältige Schreibtechniken und Ausdrucksmöglichkeiten. Schreiber sind hier nicht nur auf ihre per­sönlichen Erfahrungen zurückgeworfen, sondern können sich an den neuen Tech­ni­ken ausprobieren. Die vorgenannten  Techniken helfen eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu erkunden und zu entfalten.

So schreiben Sie Ihr erstes Haiku.

Zeichnen Sie bitte zunächst die Silben auf ein Blatt Papier wie unten aufgeführt:

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Hier sind meine Haiku-Versuche von Heute. Sie sind als Anregung gedacht. Weitere Informationen und Haikus finden Sie bei der Deutschen Haiku Gesellschaft e.V. hier.

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Kriegskinder

Plötzlich ist sie fort,

die gesamte Familie.

Kinder des Krieges.

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Sternenstaub

Himmel, Mensch und Tier,

Alle sind aus Sternenstaub.

Ewig vergänglich.

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Träume

Kopf in den Wolken,

Füße im wiegenden Meer.

Im Land der Träume.

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Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei Ihrem vielleicht ersten Haiku. Immer freue ich mich über Rückmeldungen. Vielleicht mögen Sie ihr Haiku auch hier mit mir teilen.

Serpil Maglicoglu

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