(Auot)-biographisches Schreiben

Man entdeckt, dass man dem Schicksal eine Richtung geben kann, dass man nicht an die frühesten Prägungen der kindlichen Gefühle gebunden bleiben muß. Wenn einmal der verzerrende Spiegel zerschlagen ist, können wir ganz sein. Es gibt Freude“  (Anais Nin).

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Fotoquelle:pixabay. Schreiber auf https://www.schreibhaus.wordpress.com

Warum Biographisches Schreiben?

Mit dem biographischen Schreiben gehen wir auf eine ganz besondere Reise. Wir machen uns auf den Weg, auf die Suche nach den eigenen Spuren in dieser Welt, nach unserer Biographie. Wir wollen erinnern, finden und aufschreiben, um daraus Erkenntnisse für unser Heute zu gewinnen. Wenn wir unser Leben in diversen Diagrammen darstellen, wollen wir schauen, ob es Zusammenhänge gibt, zwischen den Tiefs in unserem Leben und unseren Krankheiten, zwischen den Lieben und unseren Neuanfängen.

Wenn wir unsere Geschichte aufschreiben, lernen wir mehr über uns, als wir uns dies je hätten träumen lassen können.  Biografisches Schreiben ist eine Auseinandersetzung mit der ganz eigenen persönlichen Geschichte, mit den Höhen und Tiefen. Eine Auseinandersetzung mit sich und der Welt. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Norm- und Wertevorstellungen, mit der ganz eigenen individuellen Wahrnehmung vom Selbst im Verhältnis zur Außenwelt. Das kann ungeahnte Chancen eröffnen. Neue Türen können aufgehen, die unsere Wahrnehmung von uns und von der Welt im besten Fall erweitern und zu einer größeren Integration führen können.

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Fotoquelle:pixabay. Schreibende Frau. auf https://www.schreibhaus.wordpress.com

Was bedeutet es für das Heute?

Unser Heute bedeutet das Ende von Gestern und den Anfang von Morgen. Unser Heute ist das Produkt all unserer vergangenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, unser so Gewordensein. Hinschauen bedeutet zu verstehen und das Verstehen ist der erste Schritt zur Veränderung. Vielleicht jener wichtige Schritt, um uns selbst zu erkennen, damit wir sein können, wer wir sind.

“Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst” (Celalleddin Rumi, persischer Mystiker und Dichter, 1207 – 1273).

Was zeichnet biographisches Schreiben aus?

(Auto)biographisches Schreiben bietet die Möglichkeit, Ereignisse des Lebens, schreibend zu verarbeiten. Die eigenen Rollenübernahmen zu prüfen und Perspektivenübernahme auszubilden. Autobiographisches Schreiben kann das Selbstbewusstsein stärken. Im entstehenden Reflexionsprozess zwischen Textprodukt und Selbst werden die eigenen Unsicherheiten hinterfragt. Auf diesem Weg können Gefühle der Dissonanz ausgeräumt werden.

Schreiben kann helfen verdrängte Bedürfnisse, Ängste und Triebstrukturen dem Individuum bewusst zu machen. Über die Reflexionskompetenz wird Erkenntnis über eigenes Handeln und Denken ermöglicht. Die Erkenntnis kann zu Entscheidungen für Bewahrung oder Veränderung führen. Schmerzliche Erfahrungen können schreibend aufgearbeitet, Handlungsspielräume erweitert werden.

Schreiben ist Hilfe zur Selbsthilfe

Alles, was niedergeschrieben wird, ist zunächst raus aus dem Kopf und bringt dem Schreiber schon dadurch Entlastung. Nun stehen die Gedanken vor einem schwarz auf weiß. Das bietet eine Distanz, die dem Schreiber hilft, seine Sorgen und Probleme aus dieser Distanz anders anzugehen. Die Verschriftlichung von belastenden Gedanken kann beispielsweise dazu führen, dass dem Schreiber ein Muster sichtbar wird, dass es gilt zu verändern.

Serpil Maglicoglu

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