Autobiographische Schreibübung: Die Glücksmomente meines Lebens

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Der Schatz in uns:  unsere Erinnerungen und Erfahrungen

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Die Funktion von Erinnerungen liegt darin, dem Menschen ein Gefühl der Kontinuität zu vermitteln. Um die Aneinanderreihung von Momenten, woraus unser Leben besteht,  wird ein großer Bogen der Sinngebung gespannt. Das ist besonders wichtig, denn wir sind stets bemüht, den Erlebnissen und Erfahrungen unseres Lebens einen sinnvollen Zusammenhang zu konstruieren. Ohne Erinnerung zu leben ist kaum vorstellbar. Es würde bedeuten, jeden Moment sich von neuem  zu fragen: Wer bin ich? Was mache ich hier? Woher komme ich? Wie bin ich geworden? Ohne Erinnerungen wären wir nicht die Persönlichkeit, die wir sind. Wir könnten nicht von uns und unserem Leben sprechen. Es sind unsere Erinnerungen, die uns und unser Leben ausmachen. Wir sind das Ergebnis unserer Erfahrungen, die wir nun als Erinnerungen in uns tragen. Diesen Schatz gilt es zu heben.

20 – 30 Glücksmomente meines Lebens

Bitte, nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie die obige Überschrift auf. Darunter nummerieren Sie bitte von eins bis zwanzig oder dreißig. Bis zu 30 Punkten können Sie es fortführen aber natürlich auch weiter. Meine Auflistung ist als Muster gedacht und ist sehr konservativ ausgefallen, lassen Sie sich davon bitte nicht irritieren. Jedes Leben bringt seine eigenen Glücksmomente mit sich. Versuchen Sie möglichst kurze Überschriften für Ihren glücklichen Moment zu finden. Und notieren Sie bitte alles, was Ihnen an glücklichen Erlebnissen einfällt.

Hier ist eine Beispielliste:

  1. Mein Schaukelstuhl
  2. Mein erster Tag in der Schule
  3. Mein Schulabschluss
  4. Die erste Auszeichnung in meinem Sport
  5. Meine erste Liebe
  6. Erste Begegnung mit dem Partner_in
  7. Hochzeitsfest
  8. Hochzeitsreise
  9. Gemeinsame Wohnung
  10. Geburt der Kinder

usw.

Unser Gehirn funktioniert kategorial, deshalb sind hier ein Paar Kategorien, die Sie auf Ihrer Suche nach den glücklichen Erlebnissen durchforsten können und die es Ihnen einfacher machen werden, sich zu erinnern. Sie können aber auch ein Cluster anfertigen.

Lebensgeschichtliche Kategorien

  • Frühe Kindheit
  • Schulzeit
  • Orte der Kindheit
  • Schule, Ausbildung, Studium
  • Partner
  • Gemeinsame Wohnung mit dem Partner_in
  • Kinder – Geburt der Kinder
  • Gemeinsame Erlebnisse mit den Kindern
  • Beruf – Kollegen
  • Familie – Freundeskreis
  • Urlaubserlebnisse
  • Hobbys

So geht es weiter:

  • Wenn Sie Ihre Liste fertig gestellt haben, dann schauen Sie sich Ihre Liste in Ruhe an.
  • Und unterschreiben zunächst drei Themen, die Ihnen ganz besonders wichtig erscheinen.
  • Von diesen drei Themen, die Sie unterschrieben haben, suchen Sie sich jetzt bitte eins heraus.
  • Und schreiben zu diesem einen Thema eine bis zwei DIN A 4 Seiten Text.

Mit dieser Liste haben Sie einen wunderbaren Zugang zu den glücklichen Erlebnissen Ihres Lebens. Und wenn Sie mögen, können Sie nach und nach die Punkte mit Leben füllen und zu allen oder ausgewählten Überschriften, kleine oder größere Texte verfassen.

Texte, über sehr glückliche Momente sind biographische Ressourcen. Sie können diese strategisch einsetzen in Zeiten, in denen es Ihnen vielleicht nicht so gut geht. Glauben Sie mir, ihre Geschichten werden Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und dafür sorgen, dass Sie zumindest einen Moment durchatmen können.

Viel Freude beim Schreiben.

Serpil Maglicoglu

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2 thoughts on “Autobiographische Schreibübung: Die Glücksmomente meines Lebens

  1. Die Verknüpfung mit der Technik des Clusterns finde ich sehr gelungen. Die Idee, sich ganz bewusst einmal der positiven Erlebnisse zu erinnern, ist auch bemerkenswert, denn wir lassen uns sicherlich viel zu sehr von den negativen Ereignissen und kleinen Katastrophen prägen. Der misslungene Urlaub ist es, von dem wir Jahre später erzählen, nicht der wunderschöne.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Manfred,

      es ist so wie Du schreibst.
      Unser Fokus scheint allgemein auf die negativen Ereignisse fokussiert zu sein. Es gibt auch keine Nachrichten, die über schöne, gute und gelungene Ereignisse berichten, sondern über die Katastrophen in der Welt.Leider.

      Deshalb ist es einfach gut und sinnvoll sich bewusst im Alltag auf die täglichen positiven Momente zu konzentrieren und diese zu dokumentieren.

      Danke für Deinen Kommentar.

      LG
      Serpil

      Gefällt 1 Person

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