Autobiographische Schreibübung: Die Glücksmomente meines Lebens

Der Schatz in uns:  unsere Erinnerungen und Erfahrungen

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Die Funktion von Erinnerungen liegt darin, dem Menschen ein Gefühl der Kontinuität zu vermitteln. Um die Aneinanderreihung von Momenten, woraus unser Leben besteht,  wird ein großer Bogen der Sinngebung gespannt. Das ist besonders wichtig, denn wir sind stets bemüht, den Erlebnissen und Erfahrungen unseres Lebens einen sinnvollen Zusammenhang zu konstruieren. Ohne Erinnerung zu leben ist kaum vorstellbar. Es würde bedeuten, jeden Moment sich von neuem  zu fragen: Wer bin ich? Was mache ich hier? Woher komme ich? Wie bin ich geworden? Ohne Erinnerungen wären wir nicht die Persönlichkeit, die wir sind. Wir könnten nicht von uns und unserem Leben sprechen. Es sind unsere Erinnerungen, die uns und unser Leben ausmachen. Wir sind das Ergebnis unserer Erfahrungen, die wir nun als Erinnerungen in uns tragen. Diesen Schatz gilt es zu heben.

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Biographie – Autobiographie – Standardlebensläufe

 

Standardlebensläufe – Gibt es das noch?

Die Biographieforschung betrachtet die Biographie aus vielen unterschiedlichen Perspektiven.Da gibt es die Laufbahnen und für eine Region zumindest typischen Lebenswege. Standardlebensläufe, die immer mehr eher als fragmentiert wahrgenommenen Lebensläufen Platz machen müssen. In Zeiten der Individualisierung verändern sich alte Rollenmodelle und Familienvorstellungen. Man denke an die Patchworkfamilie.

Beruflich gibt es kaum noch Menschen, die ihr Leben lang im selben Betrieb arbeiten und dann in Rente gehen können. Die Flexibilität von Arbeit und den Arbeitnehmern brachte mit sich, dass Arbeitnehmer mehrmals im Leben ihr gesamtes berufliches Wissen austauschen und in ganz neuen Bereichen Fuß fassen müssen. Die Folge ist gravierend. Der ständige Wechsel von Wohnort und Jobs, verhindert oftmals die Wahrnehmung von Kontinuität in der eigenen Biographie. Das führt zu Gefühlen von Entwurzelung im eigenen Leben. Zu Problemen der Verortung des eigenen Seins. „Biographie – Autobiographie – Standardlebensläufe“ weiterlesen

Erfolgstagebuch oder Erfolgsbuch – Die kleinen Dinge wertschätzen

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Fotoquelle:pixabay. Tagebuch Schreiben auf https://www.schreibhaus.wordpress.com.

Ein Erfolgstagebuch hilft dabei, uns im Alltag mehr auf die positiven Momente und die kleinen und großen Erfolge zu konzentrieren, als auf die vermeintlichen Fehler oder Misserfolge. Es stärkt die Motivation und gibt Zuversicht und Selbstvertrauen. Wir lernen die kleinen Dinge im Alltag zu schätzen und zu würdigen.

Unser Gehirn ist so strukturiert, dass es mehr auf das achtet, worauf es sich konzentrieren soll. Eine gute Sache. Wenn Sie sich den ganzen Tag darauf fokussieren würden, wie viele rote Autos auf den Strassen fahren, so könnten Sie sich vor lauter rote Autos kaum retten, so viele wären es plötzlich. Doch die waren schon immer da. Sie haben es vorher nur nicht wahrgenommen. So ist es auch mit den vielen positiven Momenten und Erfolgen im Alltag. „Erfolgstagebuch oder Erfolgsbuch – Die kleinen Dinge wertschätzen“ weiterlesen

Tagebuch schreiben in der Moderne

Die Entstehung des Tagebuchs

Der Ursprung des täglichen Schreibens entstand aus religiösen und moralischen Gründen. Durch die täglichen Eintragungen sollte Selbstkontrolle besser umgesetzt werden. Es war ein Weg, die eigenen Handlungen und Motivationen zu hinterfragen und zu überprüfen. Es ging darum, Vergehen gegen Gott festzuhalten. Damit sollte das Tagebuch die Beichte im Alltag ersetzen. Es ging nicht darum Gedanken und Lebenserfahrungen festzuhalten, um sich selbst besser kennen zu lernen oder das eigene Leben in Worten festzuhalten. Oder gar der Nachwelt etwas zu hinterlassen. Sondern die Pflichten Gott gegenüber möglichst gut in den Alltag zu integrieren. „Tagebuch schreiben in der Moderne“ weiterlesen

Zugehörigkeit

In unseren Innenwelten breitet er sich aus, der tief verwurzelte Wunsch nach Zugehörigkeit. Diese Sehnsucht ist der Grund von so viel Leiden. Wie eine dunkle Wolke legt sie sich über die unzähligen inneren Länder und sorgt für Unbeständigkeit, für Unruhe in unserem inneren Universum. Manchmal brechen sogar Kriege aus in uns, auch wenn im Außen oftmals nichts davon zu spüren ist.

Unser Körper geht seinen alltäglichen Weg, vielleicht sind wir unterwegs und sitzen in der U-Bahn mit einem Buch in den Händen. Wohl möglich lesen wir gerade etwas von Rilke oder wir befinden uns auf der Arbeit im Gespräch mit Kollegen. Reden über ganz belangloses Zeug und während dessen verwüsten kalte Unwetter unsere Innenwelten. Machen sich auf ihren ganz eigenen Weg. Sorgen dafür, dass unsere Seele ständig in Aufruhr ist, wir nicht zur Ruhe kommen können.

Und manchmal schießt ein Pfeil direkt in unser Herz und wir spüren den Schmerz bis ins Mark. Wir wissen, wir können nicht zur Ruhe kommen, denn unsere Sehnsucht, das was wir uns ersehnen ist nicht von dieser Welt. Es befindet sich nicht hier an diesem Ort. Wir sehnen uns so sehr nach Vollkommenheit,  dieser tiefen Geborgenheit, nach diesem absoluten Gefühl der Zugehörigkeit, dem absoluten Schutz, der tiefen Verbundenheit.

So dass wir oftmals vergessen, dass wir uns gerade auf der Reise befinden, auf unserer Reise durch unser Leben. Reisende sind Reisende. Sie sind in der Regel nur kurz vor Ort. Sie bleiben nicht, sie durchqueren das Leben jener, die heimisch sind an diesem Ort.

Die Erde bleibt, der Stein bleibt, der Baum bleibt und auch der Kuss der Sonne jeden Morgen an den Lippenrand des Meeres wird bleiben aber wir werden gehen, wenn die Zeit reif dafür ist. Das ist der Preis und der Schmerz, den wir in Kauf genommen haben, bevor wir unsere Reise angetreten sind.

Serpil Maglicoglu

Berlin-Istanbul